Soziale Sicherheit ist untrennbar mit der Rentenversicherung verbunden. Sie trägt seit vielen Jahrzehnten maßgeblich dazu bei, dass die Versicherten auch im Alter finanziell gut versorgt sind.

Wer ist versichert?

Arbeitnehmer sind (bis auf wenige Ausnahmen) in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert. Das gilt auch für Auszubildende, behinderte Menschen in anerkannten Werkstätten, Wehr- und Zivildienstleistende sowie Helferinnen und Helfer im freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr.

Die Beitragsbemessungsgrenze liegt im Jahr 2009 bei monatlich 5.400 EUR in den alten und 4.550 EUR in den neuen Bundesländern. Sie ist nicht gleichzeitig Versicherungspflichtgrenze. Das bedeutet: Auch wer mehr verdient, bleibt versicherungspflichtig.

Beitragsbemessungsgrenze heißt: Ihr Beitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung bemisst sich höchstens an diesen Beträgen, auch wenn Sie mehr verdienen.

Für Arbeitnehmer mit geringen Verdiensten (zwischen 400,01 EUR und 800,00 EUR) gelten seit dem1. April 2003 Besonderheiten bei der Beitragsberechnung. Automatisch finden die besonderen beitragsrechtlichen Regelungen der so genannten Gleitzone (Progressionszone) Anwendung, durch die der Arbeitnehmer entsprechend seinem Verdienst anteilig von Sozialversicherungsbeiträgen entlastet wird. Dies bedeutet, dass für Arbeitsentgelte innerhalb der Gleitzone der Arbeitnehmeranteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag (Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung von z.Z. durchschnittlich 20 %) abhängig vom Verdienst im Ergebnis linear von rund 9 % am Anfang der Gleitzone (400,01 EUR) bis zum vollen Arbeitnehmeranteil bei 800 EUR ansteigt. Der Arbeitgeber trägt dagegen für das gesamte Arbeitsentgelt grundsätzlich seinen vollen Anteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag. Diese Regelungen gelten jedoch nicht bei Auszubildenden.

 

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Wichtig:

Da bei der Rentenberechnung auch nur das – niedrigere – Entgelt zugrunde gelegt wird, für das Beiträge gezahlt wurden, kann der Beschäftigte gegenüber seinem Arbeitgeber erklären, dass er Beiträge nach seinem tatsächlichen Arbeitsentgelt zahlen möchte. Dann zahlt er auch innerhalb der Gleitzone seinen vollen Arbeitnehmeranteil und das Arbeitsentgelt wird in vollem Umfang bei der Rentenberechnung berücksichtigt.

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Von den Selbständigen sind nur bestimmte Personenkreise pflichtversichert, darunter selbständige Lehrer, Dozenten und Erzieher, selbständige Pflegepersonen sowie Hebammen. Pflichtversichert sind auch selbständige Handwerker.

Diese können sich jedoch nach 18 Jahren von dieser Pflicht befreien lassen. Selbständige Künstler und Publizisten sind nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz pflichtversichert (wobei sie nur den halben Beitrag selbst zahlen müssen).

Voraussetzung ist ein Jahreseinkommen über 3.900 EUR aus der selbständigen Tätigkeit, das Berufsanfänger aber unterschreiten können. Die Künstlersozialkasse in Wilhelmshaven stellt nicht nur die Versicherungspflicht fest, sondern berechnet auch den Beitrag.

 

Seit dem 1. Januar 1999 sind auch Selbständige versicherungspflichtig, die im Zusammenhang mit ihrer selbständigen Tätigkeit regelmäßig keine versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und die auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind. Die Voraussetzung, dass der Selbständige im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sein darf, umfasst nicht nur den Fall, dass der Betreffende vertraglich im Wesentlichen an einen Auftraggebergebunden ist, sondern auch den Fall, dass er wirtschaftlich im Wesentlichen von einem einzigen Auftraggeber abhängig ist.

 

Existenzgründer mit einem Auftraggeber können sich bis zu drei Jahre von der Versicherungspflicht befreien lassen.

Auch haben Personen, die bereits in einem vorgerückten Lebensalter stehen, ein Befreiungsrecht.

 

Vom 1. Januar 2003 bis zum30. Juni 2006 konnten Personen, die zuvor Lohnersatzleistungen von der Bundesagentur für Arbeit bezogen oder an einer Arbeitsförderungsmaßnahme teilgenommen haben, bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit einen Existenzgründungszuschuss erhalten. Die Gründerinnen und Gründer einer so genannten Ich AG sind für die Dauer des Bezugs dieses Zuschusses als Selbständige versicherungspflichtig in der gesetzlichen Rentenversicherung.

 

Die Förderung der Existenzgründung durch die Arbeitslosenversicherung wurde ab 1. August 2006 neu geregelt. Die Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit zur Beendigung der Arbeitslosigkeit kann seitdem durch einen Gründungszuschuss gefördert werden. Da eine obligatorische Rentenversicherungspflicht wie bei Bezug des Existenzgründungszuschusses für die Bezieher des neuen Gründungszuschusses nicht besteht, müssen die Betroffenen ihre soziale Absicherung auch in der Rentenversicherung selbst regeln.

 

Landwirte sind grundsätzlich nicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern in der Alterssicherung der Landwirte pflichtversichert. Dieses besondere Versorgungssystem sichert mit seinen Leistungen die Landwirte teilweise ab.

 

Andere Maßnahmen, vor allem das betriebliche Altenteil und Einnahmen aus der Abgabe des landwirtschaftlichen

Unternehmens, ergänzen die Leistungen aus diesem System im Alter.

 

Wer selbständig tätig und nicht in der Rentenversicherung pflichtversichert ist, kann die Versicherungspflicht innerhalb von fünf Jahren nach Aufnahme der selbständigen Tätigkeit beantragen. Diese Versicherungspflicht zieht dann die gleichen Rechte und Pflichten wie bei allen anderen Pflichtversicherten nach sich.

 

Kindererziehungszeiten: Während der Kindererziehungszeit sind erziehende Mütter oder Väter pflichtversichert. Versicherungspflichtwegen Kindererziehung besteht für ein ab dem1. Januar 1992 geborenes Kind in dessen ersten drei Lebensjahren. Für ein früher geborenes Kind wird ein Jahr als Pflichtbeitragszeit berücksichtigt. Die Beiträge hierfür werden vom Bund bezahlt.

 

Pflegepersonen: Für Pflegepersonen, die die Pflege eines mindestens erheblich pflegebedürftigen Angehörigen im häuslichen Bereich übernommen haben, sind Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege Pflichtbeitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Beiträge zahlt die Pflegekasse. Damit ist auch dieser Personenkreis ohne eigene Beitragszahlung pflichtversichert.

Bezieher von Lohnersatzleistungen sind versicherungspflichtig, während sie diese Leistungen beziehen, wenn sie im letzten Jahr vor Beginn der Leistung zuletzt versicherungspflichtig waren. Trifft dies nicht zu, können sie in der Regel beantragen, dass sie in der Rentenversicherung pflichtversichert werden. Zu den Lohnersatzleistungen gehören zum Beispiel Krankengeld, Verletzten- und Übergangsgeld, Arbeitslosengeld und Arbeitslosengeld II, Unterhaltsgeld, Altersübergangsgeld und Vorruhestandsgeld. Durchgeführt wird die Versicherung vom Träger der jeweiligen Sozialleistung.

 

 

 

Wer ist versicherungsfrei?

 

 

a) Geringfügig entlohnte Dauerbeschäftigung:

 

Eine Beschäftigung ist geringfügig, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 400 EUR nicht übersteigt. Geringfügig Beschäftigte haben keine Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen, sie sind versicherungsfrei.

Der Arbeitgeber allerdings zahlt einen Pauschalbetrag von 15 % zur gesetzlichen Rentenversicherung, für Mini-Jobs in privaten Haushalten als einer besonderen Form der geringfügigen Beschäftigung gilt eine geringere Pauschale in Höhe von 5% zur gesetzlichen Rentenversicherung. Hieraus erwachsen den geringfügig Beschäftigten, die noch keine volle Altersrente beziehen, entsprechend der Beitragszahlung Rentenvorteile in Form eines Rentenzuschlags sowie in begrenztem Umfang bei der Erfüllung der Wartezeiten.

 

Versicherungspflichtig sind geringfügig Beschäftigte, die durch eine schriftliche Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber auf die Versicherungsfreiheit verzichten. Die Optionsmöglichkeit kann zu Beginn einer geringfügigen Beschäftigung von allen –mit Ausnahme der Altersvollrentner –wahrgenommen werden. Versicherungspflicht besteht dann bis zum Ende der Beschäftigung. In diesem Fall muss der geringfügig Beschäftigte den Pauschalbetrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung auf den vollen Beitrag aufstocken (Der volle Beitrag beträgt im Jahr 2009 19,9 %. Geringfügig Beschäftigte in Privathaushalten haben den Pauschalbeitrag von 5% also um14,9 % aufzustocken, alle anderen geringfügig Beschäftigten haben den Pauschalbeitrag von 15% um4,9 % aufzustocken).Durch diese Pflichtbeiträge werden Ansprüche auf das volle Leistungsspektrum der gesetzlichen Rentenversicherung erworben. Neben dem Anspruch auf die Regelaltersrente sind dies im Wesentlichen: Anspruch auf Rehabilitation, Rentewegen verminderter Erwerbsfähigkeit, vorgezogene Altersrenten, sowie Anspruch auf die Förderung nach der sog. Riester-Rente. Liegt das Arbeitsentgelt unter 155 EUR monatlich, ist ein Mindestbeitrag auf der Basis von 155 EUR zu zahlen, auf den der Arbeitgeberbeitrag angerechnet wird.Der Arbeitgeber ist verpflichtet, seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die Möglichkeit der Aufstockung zu informieren.

 

 

b) Kurzfristige Beschäftigung:

 

Eine kurzfristige Beschäftigung ist dadurch gekennzeichnet, dass das Beschäftigungsverhältnis auf längstens zwei Monate oder 50 Arbeitstage im Kalenderjahr nach ihrer Eigenart begrenzt zu sein pflegt (ergibt sich vorausschauend aus der Art, dem Wesen oder dem Umfang der zu verrichtenden Arbeit) oder im Voraus vertraglich begrenzt ist (z.B. durch einen auf längstens ein Jahr befristeten Rahmenarbeitsvertrag); die Entgelthöhe ist dabei unerheblich. Die Beschäftigung darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden oder dann mit ihrem Entgelt 400 EUR im Monat nicht übersteigen.

Für kurzfristige Beschäftigungen sind grundsätzlich keine Rentenversicherungsbeiträge zu zahlen, auch keine Pauschalbeiträge durch den Arbeitgeber.

 

 

c) Mehrere Beschäftigungen:

 

Mehrere gleichzeitig ausgeübte geringfügige Beschäftigungen oder kurzfristige Beschäftigungen sind jeweils

zusammenzurechnen. Werden dadurch die oben genannten Geringfügigkeitsgrenzen überschritten, tritt Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung ein.

 

Bei gleichzeitiger Ausübung von geringfügigen Beschäftigungen und sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigungen ist Folgendes zu beachten:

Neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung kann eine geringfügig entlohnte Dauerbeschäftigung ausgeübt werden, ohne dass diese durch Zusammenrechnung mit der Hauptbeschäftigung versicherungspflichtig wird. Jede weitere geringfügige Beschäftigung wird mit der sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung zusammengerechnet und unterfällt damit der vollen Sozialversicherungspflicht (Ausnahme: Arbeitslosenversicherung).

Das Zusammenrechnungsgebot gilt nicht bei gleichzeitiger Ausübung von kurzfristiger und geringfügiger Dauerbeschäftigung sowie von kurzfristiger Beschäftigung und sozialversicherungspflichtiger Hauptbeschäftigung.

 

Ausnahmen: Für bestimmte Personenkreise, z.B. Auszubildende oder behinderte Menschen, bestehen Sonderregelungen. Sie sind auch dann versicherungspflichtig, wenn an sich die Voraussetzungen einer geringfügigen Beschäftigung vorliegen.

 

Die Entscheidung über die sozialversicherungsrechtliche Beurteilung im Einzelfall trifft die örtlich zuständige gesetzliche Krankenkasse, für geringfügige Beschäftigungen die Bundesknappschaft (ab 01.10.2005 Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See) als zentrale Einzugsstelle ( www.minijobzentrale.de). Die Knappschaft und alle anderen Sozialversicherungsträger stehen auch zur Auskunft und Beratung zur Verfügung.

 



 

 

Wer kann sich freiwillig versichern?

Wer nicht versicherungspflichtig ist, kann in der Regel freiwillig Beiträge zur allgemeinen Rentenversicherung zahlen. Das gilt vor allem für Selbständige und Hausfrauen. Für Beamte, Richter, Berufssoldaten und Soldaten auf Zeit gelten bestimmte Einschränkungen.

 

 

Rehabilitation

„Rehabilitation geht vor Rente“ – dieser Grundsatz ist ausdrücklich im Rentenrecht verankert. Deshalb prüft der Träger der Rentenversicherung jeden Antrag auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit darauf, ob Rehabilitationsmaßnahmen die Rentenleistung vermeiden können.

 

 

Wer hat einen Rentenanspruch?

Rentenansprüche sind davon abhängig, dass bestimmte persönliche und versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt sind. Aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden folgende Renten gezahlt:

·          Renten wegen Alters

·          Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

·          Hinterbliebenenrenten (Renten wegen Todes)

 

 

 

Grundvoraussetzung: Erfüllung von Wartezeiten

Leistungen aus der Rentenversicherung können nur beansprucht werden, wenn die Versicherten mindestens eine Zeit lang der Versicherung angehört haben. Diese Mindestversicherungszeit ist die Wartezeit. Die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren mit Beitragszeiten und Ersatzzeiten ist Voraussetzung für den Anspruch auf die Regelaltersrente, die Rentenwegen Erwerbsminderung und die Rentenwegen Todes. Auf die Wartezeit von 15 Jahren für den Bezug von Altersrentewegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit und von Altersrente für Frauenwerden ebenfalls Beitragszeiten und Ersatzzeiten angerechnet. Auf die Wartezeit von 35 Jahren für die Altersrente für langjährig Versicherte und die Altersrente für schwerbehinderte Menschen werden auch beitragsfreie Zeiten sowie Berücksichtigungszeiten angerechnet. Zu den beitragsfreien Zeiten gehören beispielsweise bestimmte Ausbildungszeiten, Zeiten der Krankheit und Arbeitslosigkeit.

 

 

Die vorzeitige Erfüllung der Wartezeit

Für Rentenwegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder wegen Todesmuss grundsätzlich die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt sein. Allerdings kann die allgemeine Wartezeit auch vorzeitig erfüllt werden, vor allem dann, wenn der Versicherte wegen eines Arbeitsunfalls oder einer Wehr- oder Zivildienstbeschädigung vermindert erwerbsfähig geworden oder gestorben ist. Außerdem gilt: Wenn der Versicherte innerhalb von sechs Jahren nach der Ausbildung voll erwerbsgemindert wird oder stirbt, haben er oder seine Hinterbliebenen bereits dann einen Rentenanspruch, wenn der Versicherte in den letzten beiden Jahren vorher mindestens ein Jahr lang Pflichtbeiträge gezahlt hat. Der Zeitraum von zwei Jahren verlängert sich um Zeiten einer schulischen Ausbildung nach Vollendung des 17. Lebensjahres um bis zu sieben Jahre.

 

 

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Altersrente

Anspruch auf eine Rente wegen Alters hat nur der Versicherte selbst. Voraussetzung ist zunächst das Erreichen eines bestimmten Lebensalters (Altersgrenze). Daneben müssen – je nach Art der Altersrente – weitere Voraussetzungen erfüllt werden.

 

 

Rente mit 67

 

Das Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz) sieht eine stufenweise Anhebung der Regelaltersgrenze von 65. auf das 67. Lebensjahr vom Jahr 2012 an bis zum Jahr 2029 und entsprechende Anhebungen bei anderen Renten vor. Diese Neuregelungen finden Sie im Abschnitt „Rente mit 67“.

 

 

Die Altersgrenzen für einen abschlagsfreien Rentenbezug

 

Um die Belastung der gesetzlichen Rentenversicherung durch die Inanspruchnahme vorzeitiger Altersrenten zu

begrenzen, wurden die Altersgrenzen für einen abschlagsfreien Rentenbezug auf 65 Jahre angehoben. Die Altersgrenzen für einen abschlagsfreien Rentenbezug bei der Altersrente für Frauen und der Altersrentewegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit wurde von 60 auf 65 Jahre, bei der Altersrente für langjährig Versicherte von 63 auf 65 Jahre und bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen von 60 auf 63 Jahre angehoben.

Dennoch ist eine vorzeitige Inanspruchnahme dieser Renten grundsätzlichmöglich (Ausnahme siehe Altersrente

wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit). Um die Mehraufwendungen der Rentenversicherung aufgrund der längeren Rentenbezugsdauer auszugleichen, wird die monatliche Rente für jeden Monat des vorgezogenen Rentenbezugs vor Vollendung des 65. Lebensjahres umeinen Abschlag in Höhe von 0,3 Prozent verringert. Wird die Rente um fünf Jahre (60Monate) vorgezogen, ergibt sich somit ein Abschlag von 18 Prozent. Ein über das 65. Lebensjahr hinausgeschobener Rentenbeginn führt für jeden Monat zu Zuschlägen, die den monatlichen Rentenbetrag um 0,5% erhöhen. Abschläge bzw. Zuschläge bleiben für die gesamte Rentenbezugsdauer auch über die Vollendung des 65. Lebensjahres hinaus bestehen. Sie wirken sich auch auf die Höhe von Hinterbliebenenrenten aus.

Die für bestimmte Personengruppen geltenden Regelungen zum Vertrauensschutz bei der Anhebung der Altersgrenzen sind bei den einzelnen Rentenarten weitgehend ausgelaufen.

 

 

1.       Regelatersrente

 

Anspruch auf die Regelaltersrente haben Versicherte, die die Regelaltersgrenze von derzeit 65 Jahren erreicht und die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Neben der Regelaltersrente darf unbeschränkt hinzuverdient werden.

(Jahrgang 1947 und jünger siehe in Abschnitt „Rente mit 67“)

 

 

2.       Altersrente für langjährig Versicherte.

 

Versicherte können diese Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze von derzeit 65 Jahren mit Abschlägen in Anspruch nehmen, wenn sie

-          das 63. Lebensjahr vollendet und

-          die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben.

Nach bisher geltendem Recht sollte die Altersgrenze für die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente für 1948 und später Geborene stufenweise auf 62 Jahre gesenkt werden. Diese Absenkung der Altersgrenze für den frühestmöglichen Rentenzugang auf 62 Jahre unterbleibt.

(Jahrgang 1948 und jünger siehe in Abschnitt „Rente mit 67“)

 

 

3.       Altersrente für schwerbehinderte Menschen.

 

Anspruch auf diese Altersrente ohne Abschläge haben Versicherte, die Altersgrenze von derzeit 63 Jahren erreicht haben, bei Rentenbeginn als schwerbehinderte Menschen anerkannt sind und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben.

 

Die vorzeitige Inanspruchnahme einer solchen Altersrente mit Abschlägen ist derzeit bereits nach Vollendung des

60. Lebensjahresmöglich.

 

Anerkannte schwerbehinderte Menschen sind alle Personen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50, solange sie ihren Wohnsitz in Deutschland oder in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union haben. Über den Grad der Schwerbehinderung entscheidet das Versorgungsamt. Auch nicht schwerbehinderte Versicherte können Anspruch auf die Altersrente für schwerbehinderte Menschen haben, wenn sie vor dem1. Januar 1951 geboren wurden und berufs- oder erwerbsunfähig sind.

 

Aus Gründen des Vertrauensschutzes können Versicherte, die vor dem16.November 2000 das 50. Lebensjahr vollendet haben und am16.November 2000 als schwerbehindert gemäß § 2 Abs. 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuch anerkannt oder gemäß dem zu diesem Zeitpunkt geltenden Recht berufsunfähig oder erwerbsunfähig waren, die Altersrente für schwerbehinderte Menschen bereits ab Vollendung des 60. Lebensjahres ohne Abschläge in Anspruch nehmen.

(Jahrgang 1951 und jünger siehe in Abschnitt „Rente mit 67“)

 

 

4.       Altersrentewegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit.

 

Versicherte, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, können diese Altersrente mit Abschlägen in Anspruch nehmen, wenn sie

-          die Altersgrenze erreicht haben,

-          die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben,

-          in den letzten 10 Jahren vor Rentenbeginn acht Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit geleistet haben und

-          bei Beginn der Rente arbeitslos sind und nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und sechs Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos waren oder vor Rentenbeginn mindestens 24 Monate Altersteilzeitarbeit geleistet haben.

 

Die Altersgrenze für die frühestmögliche Inanspruchnahme dieser Altersrente war bisher die Vollendung des

60. Lebensjahres. Von 2006 bis 2008wird diese Altersgrenze von 60 auf 63 Jahre stufenweise angehoben. Im Januar 1946 Geborene werden diese Altersrente frühestens mit 60 Jahren und einen Monat beziehen können, im Februar 1946 Geborene frühestens mit 60 Jahren und zwei Monaten usw. Schließlich können im Dezember 1948 und später Geborene frühestmöglich mit 63 Jahren diese Altersrente in Anspruch nehmen. Ein Rentenbezug vor diesem Zeitpunkt ist – auch unter Inkaufnahme höherer Abschläge – bei dieser Altersrente dann grundsätzlich nichtmehrmöglich.

 

Einen Vertrauensschutz genießen jedoch Versicherte, die bereits vor dem1. Januar 2004 rechtsverbindlich die Beendigung ihres Arbeitsverhältnisses vereinbart haben (zum Beispiel Vertrag über Altersteilzeitarbeit oder Aufhebungsvertrag) oder an diesem Tag bereits arbeitslos oder beschäftigungslos waren.

Für sie wird die Altersgrenze für die frühestmögliche Inanspruchnahme nicht angehoben.

 

Der 10-Jahres-Zeitraum, innerhalb dessen acht Jahre mit Pflichtbeiträgen liegen müssen, wird durch bestimmte darin liegende Tatbestände wie Anrechnungszeiten, insbesondere wegen Arbeitslosigkeit ohne Pflichtbeitragszahlung, zugunsten des Versicherten verlängert.

 

Eine Altersteilzeit liegt vor, wenn für mindestens 24 Kalendermonate Altersteilzeitarbeit geleistet wurde; dabei kommt es nicht darauf an, dass die Altersteilzeitarbeit von der Arbeitsagentur gefördert wurde.

 

Die Arbeitslosigkeit wird grundsätzlich durch eine Bescheinigung der Agentur für Arbeit nachgewiesen.

 

 

Das Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales informiert von Montag bis Donnerstag von 8.00 bis 20.00 Uhr über die Rente unter 01805 676710 für 14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz.

 

 

 

5.       Altersrente für Frauen


Anspruch auf diese Altersrente –mit Abschlägen – haben vor 1952 geborene Frauen, die:

·         das 60. Lebensjahr vollendet haben,

·         die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt haben und

·         nach Vollendung des 40. Lebensjahresmehr als zehn Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit geleistet haben.




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Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

 

Diese Renten ersetzen Einkommen, wenn der Versicherte eingeschränkt oder gar nicht mehr erwerbsfähig ist. Dabei gelten folgende Voraussetzungen: Wenn die Erwerbsminderung eintritt, muss der Versicherte in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung (zuzüglich Anrechnungszeiten, Berücksichtigungszeitenwegen Kindererziehung) mindestens 3 Jahre Pflichtbeiträge gezahlt und allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt haben. Ausnahme: Die Voraussetzung gilt nicht, wenn die Erwerbsminderung aufgrund eines Umstandes eingetreten ist, durch den die allgemeine Wartezeit als erfüllt gilt.

Die Voraussetzungen ebenfalls erfüllt haben Versicherte, die vor 1984 die allgemeine Wartezeit erfüllt und ab 1984 jeden Monat bis zum Eintritt der Erwerbsminderung mit rentenrechtlichen Zeiten belegt haben.

 

Die Rentenwegen verminderter Erwerbsfähigkeitwerden längstens bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze gezahl – anschließend hat der Versicherte einen Anspruch auf Regelaltersrente in mindestens gleicher Höhe.

 

Im Einzelnen gibt es folgende Leistungsarten:

1.       Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung: Teilweise erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen einer gesundheitsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Als Rentewegen teilweiser Erwerbsminderung erhält der Versicherte die Hälfte einer Rente wegen voller Erwerbsminderung.

2.       Rente wegen voller Erwerbsminderung: Voll erwerbsgemindert sind Versicherte, die wegen einer gesundheitsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit außerstande sind, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Versicherte, die noch mindestens drei, aber nicht mehr sechs Stunden täglich arbeiten, das verbliebene Restleistungsvermögenwegen Arbeitslosigkeit aber nicht in Erwerbseinkommen umsetzen können, erhalten ebenfalls eine volle Erwerbsminderungsrente. Die Höhe der Rente wegen voller Erwerbsminderung entspricht einer vorzeitig in Anspruch genommenen Altersrente für Schwerbehinderte Menschen.

3.       Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit: Sie wird an vor dem 2. Januar 1961 geborene Versicherte gezahlt, die wegen einer gesundheitsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit in ihrem bisherigen Beruf oder einem zumutbaren anderen Beruf nicht mehr mindestens sechs Stunden täglich arbeiten können. Sie entspricht in der Höhe der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung.

4.       Rentenwegen voller Erwerbsminderung für Behinderte: Versicherte, die bereits vor Erfüllung der allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren voll erwerbsgemindert waren und seitdem ununterbrochen voll erwerbsgemindert sind, haben Anspruch auf Rentewegen voller Erwerbsminderung, wenn sie eine Wartezeit von 20 Jahren erfüllt haben.

 

Zeitrenten

Rentenwegen verminderter Erwerbsfähigkeitwerden grundsätzlich auf Zeit geleistet. Sie werden jedoch unbefristet geleistet, wenn

-          der Anspruch auf die Rente unabhängig von der Arbeitsmarktlage besteht und

-          unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit behoben werden kann; hiervon ist in jedem Fall nach einer Gesamtdauer der Befristung von neun Jahren auszugehen.

 

 

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Hinzuverdienst 

 

Die Versichertenrenten stellen den Ersatz für ausgefallene Verdienste dar. Wird neben der Rente zusätzlich Erwerbseinkommen bezogen, so bestehen für die Versichertenrenten bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze (bis Jahrgang 1946 Vollendung des 65. Lebensjahres) bestimmte Hinzuverdienstgrenzen. Als Hinzuverdienst berücksichtigt werden Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen und vergleichbares Einkommen. Nicht als Arbeitsentgelt gilt das Entgelt, das eine Pflegeperson von dem Pflegebedürftigen erhält, wenn es den entsprechenden Pflegegeldbetrag nicht übersteigt oder Entgelt, das ein Behinderter in einer Werkstatt für behinderte Menschen erhält. Bei Rentenwegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird auch bestimmtes Erwerbsersatzeinkommen als Hinzuverdienst berücksichtigt.

 

 

A.     Altersrenten

 

Bei den Hinzuverdienstmöglichkeiten neben einer Altersrente ist es von Bedeutung, ob die Regelaltersgrenze schon erreicht wurde und ob eine Voll- oder Teilrente bezogen wird.

 

 

1. Regelaltersrenten

 

Bei Bezug der Regelaltersrente darf unbeschränkt hinzuverdient werden. Wer bereits eine Altersrente vor Erreichen der Regelaltersgrenze bezogen hat, darf ab dem Monatsersten nach Erreichen der Regelaltersgrenze ebenfalls unbegrenzt hinzuverdienen.

 

 

2. Altersrenten vor dem Erreichen der Regelaltersgrenze

 

Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze darf neben einer Altersrente nur eingeschränkt hinzuverdient werden. Wer eine Vollrente erhält, darf bis zu 400 EUR bruttomonatlich hinzuverdienen. Innerhalb eines Kalenderjahres ist ein zweimaliges Überschreiten dieses Betrages bis zum Doppelten (zum Beispiel durch Urlaubs- und Weihnachtsgeld) zulässig. Wird die Hinzuverdienstgrenze überschritten, führt dies aber nicht automatisch zum Wegfall der Rente. Die Rente kann dann in eine Teilrente umgewandelt werden, die einen höheren Hinzuverdienst erlaubt.

 

Die Altersrente wird in Abhängigkeit vom erzielten Erwerbseinkommen als Teilrente von zwei Dritteln, der Hälfte oder einem Drittel der Vollrente gezahlt. Die Höhe des individuellen Hinzuverdienstes orientiert sich an dem Verdienst der letzten drei Kalenderjahre vor Rentenbeginn. Für diese Fälle gilt: Als Hinzuverdienst bei einer Zwei-Drittel-Rente sind rund 39 %, bei einer halben Rente rund 56 % und bei einer Ein-Drittel-Rente rund 74 % des letzten (Brutto) Verdienstes zulässig. Lag in den letzten Jahren kein oder nur ein sehr geringer Verdienst vor, wird einer sog. Mindesthinzuverdienstgrenze ein halbes Durchschnittsentgelt zugrunde gelegt.

 

Über die für Sie maßgebenden Hinzuverdienstgrenzen können Sie sich bei Ihrem Rentenversicherungsträger informieren.

 

Rentnerinnen und Rentner können die maßgebenden Hinzuverdienstgrenzen ihrem Rentenbescheid entnehmen. Sie sind verpflichtet, dem Rentenversicherungsträger das Überschreiten einer Hinzuverdienstgrenze mitzuteilen.

 

 

 

B.    Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit

 

Auch Bezieherinnen und Bezieher einer Rentewegen verminderter Erwerbsfähigkeit können während des

Rentenbezugs bis zu einer bestimmten Grenze Geld hinzuverdienen. Wer eine Rentewegen voller Erwerbsminderung in voller Höhe bezieht, darf bis zu 400 EUR bruttomonatlich hinzuverdienen. Für Teilrenten gibt es – ähnlich wie bei den Altersteilrenten – individuelle, vom zuletzt versicherten Entgelt abhängige und allgemeine, für alle Versicherten mindestens geltende Hinzuverdienstgrenzen. Ein zweimaliges Überschreiten der Hinzuverdienstgrenzen im Kalenderjahr (zum Beispiel durch Urlaubs- und Weihnachtsgeld) ist bis zum Doppelten zulässig.

 

Wer Rentewegen verminderter Erwerbsfähigkeit bezieht, ist verpflichtet, dem Rentenversicherungsträger jede Aufnahme einer Beschäftigung mitzuteilen. Wird eine Beschäftigung ausgeübt, weil sich der Gesundheitszustand der Rentnerin oder des Rentners grundsätzlich gebessert hat, muss der Leistungsträger überprüfen, ob die Anspruchsvoraussetzungen für den Rentenbezug noch vorliegen. Unter Umständen kann eine Rentewegen Erwerbsminderung entzogen werden, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen, die zur Berentung geführt haben, behoben sind. Die Entscheidung hierüber trifft der Rentenversicherungsträger.

 

 

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Renten wegen Todes 

 

 

1. Witwen-/Witwerrenten

 

Anspruch auf Witwen-/Witwerrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung besteht für überlebende Ehegatten, die nach dem Tode des Ehegatten nicht wieder geheiratet haben, wenn die verstorbenen Ehegatten die allgemeine Wartezeit erfüllt haben. Die allgemeine Wartezeit beträgt fünf Jahre. Die große Witwenrente wird in Höhe von 55 % der Rente des verstorbenen Versicherten (nach altem Recht 60 % der Versichertenrente des Verstorbenen ohne Kinderzuschlag) gezahlt, wenn die Witwe/Witwer das 45. Lebensjahr vollendet hat oder erwerbsgemindert ist oder ein Kind unter 18 Jahren erzieht oder wenn sie für ein Kind sorgt, das aufgrund einer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Zusätzlich wird für das erste Kind, das erzogen wurde, ein Zuschlag von zwei Entgeltpunkten gezahlt. Für das

zweite und jedes weitere Kind beträgt der Zuschlag jeweils einen Entgeltpunkt. Ist keine der oben genannten Voraussetzungen erfüllt, wird eine kleine Witwenrente für einen Zeitraum von längstens 24 Monaten (nach altem Recht ohne zeitliche Begrenzung) in Höhe von 25 % der Rente des verstorbenen Versicherten gezahlt. Auf die Witwen-/Witwerrenten wird ein Teil des Einkommens des überlebenden Ehegatten angerechnet.

 

Aus Vertrauensschutzgründen bleibt das alte Hinterbliebenenrecht weiterhin für Ehepaare gültig, deren Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde und mindestens ein Ehegatte vor dem 2. Januar 1962 geboren ist.

 

Die Leistungsansprüche gelten entsprechend auch bei eingetragenen Lebenspartnerschaften.

 

 

2. Waisenrente

 

Waisenrente erhalten nach dem Tod des Versicherten seine Kinder. Der Anspruch besteht bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres, darüber hinaus bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres, wenn die Waise sich in Schul- oder Berufsausbildung befindet oder sich in einer Übergangszeit von höchstens vier Kalendermonaten zwischen zwei Abschnitten (zum Beispiel Ausbildung und gesetzlicher Wehr- oder Zivildienst oder eines freiwilligen Dienstes) befindet oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr leistet, oder wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten. Vollwaisen erhalten ein Fünftel, Halbwaisen ein Zehntel der vollen Versichertenrente. Hierzu wird noch ein Zuschlag gezahlt. Waisenrenten an über 18-jährigeWaisen unterliegen der Einkommensanrechnung.

 

 

3. Erziehungsrente

 

Eine weitere Rente wegen Todes ist die Erziehungsrente. Sie ist eine eigenständige Sicherung für Personen, die geschieden sind und Kinder erziehen.

 

Anspruch auf Erziehungsrente haben Versicherte, wenn:

·          der geschiedene Ehepartner verstorben ist,

·          solange sie ein eigenes Kind oder das des verstorbenen Partners erziehen,

·          sie nicht wieder geheiratet haben,

·          sie selbst bis zum Tode des geschiedenen Ehegatten die allgemeine Wartezeit erfüllt haben und

·          die Ehe geschieden wurde (alte Länder: Scheidungen nach dem 30. Juni 1977; neue Länder: Scheidungen nach dem 31. Dezember 1991).

 

Die Rente wird wie eine Altersrente berechnet, aus rentenrechtlichen Zeiten und den übertragenen Anwartschaften aus dem Versorgungsausgleich des eigenen Versichertenkontos.

 

Auch die Erziehungsrenten unterliegen der Einkommensanrechnung. Hier gelten die Freibeträge für Witwen-/

Witwerrenten entsprechend.

 

 

4. Einkommensanrechnung

 

Eigenes Einkommen (Erwerbs-, Erwerbsersatz- sowie Vermögenseinkünfte) wird, soweit es den Freibetrag überschreitet, zu 40% auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Dies gilt entsprechend bei Leistungsansprüchen aus einer eingetragenen Lebenspartnerschaft.

 

Die Einkommensanrechnung nach altem Recht –Anrechnung von Erwerbs- und Erwerbsersatzeinkommen – gilt aus Vertrauensschutzgründen für Ehepaare, deren Ehe vor dem 1. Januar 2002 geschlossen wurde und wenn mindestens ein Ehegatte vor dem 2. Januar 1962 geboren ist, weiter. Für Witwen-/Witwerrenten und Erziehungsrenten betragen die Freibeträge zurzeit:

 

Alte Länder 701,18 EUR

Neue Länder 616,18 EUR

 

Der Freibetrag erhöht sich für jedes Kind, das Anspruch auf Waisenrente hat, um:

 

Alte Länder 148,74 EUR

Neue Länder 130,70 EUR

 

Die Freibeträge bei Waisenrenten an über 18-jährigeWaisen betragen zurzeit:

 

Alte Länder 467,46 EUR

Neue Länder 410,78 EUR

 

Die Freibeträge sind an den aktuellen Rentenwert gekoppelt und damit dynamisch.

 

 

5. Rentensplitting unter Ehegatten

 

Zum Ausbau der eigenständigen Alterssicherung der Frauen wird jüngeren Ehegatten die Möglichkeit eingeräumt,

ihre in der Ehezeit erworbenen Rentenansprüche partnerschaftlich aufzuteilen. Anstelle der herkömmlichen Versorgung von Verheirateten und Verwitweten (zu Lebzeiten beider Ehegatten erhält jeder seine eigene Versichertenrente und beim Tod des ersten Ehegatten wird dem/der Überlebenden zusätzlich zu seiner/ihrer eigenen Rente eine subsidiäre abgeleitete Hinterbliebenenrente gewährt) kann durch eine übereinstimmende Erklärung beider Ehegatten ein Rentensplitting der gemeinsam in der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften erreicht werden. Die Wirkung dieser partnerschaftlichen Teilung tritt regelmäßig bereits zu Lebzeiten beider Ehegatten (nämlich bei der Gewährung einer Vollrentewegen Alters auch für den zweiten Ehegatten) ein. Das Rentensplitting führt regelmäßig zu höheren eigenständigen Rentenleistungen für die Frau, die auch im Hinterbliebenenfall nicht der Einkommensanrechnung unterliegen und bei Wiederheirat nicht wegfallen.

 

Ein Splitting wird allerdings nur durchgeführt, wenn bei beiden Ehegatten jeweils 25 Jahre an rentenrechtlichen Zeiten vorhanden sind.

 

Die Leistungsansprüche gelten entsprechend auch für eingetragene Lebenspartnerschaften.

 

 

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Rente mit 67 

 

Das Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz) sieht eine stufenweise Anhebung der Regelaltersgrenze vom65. auf das 67. Lebensjahr vom Jahr 2012 an bis zum Jahr 2029 und entsprechende Anhebungen bei anderen Renten vor.

 

Für Versicherte der Geburtsjahrgänge vor 1952, für die es derzeit noch unter bestimmten Voraussetzungen die Altersrente für Frauen und die Altersrentewegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit gibt, verbleibt es hinsichtlich dieser Altersrenten beim geltenden Recht und damit bei den heute geltenden Altersgrenzen, und zwar auch dann, wenn der Zugang in diese Altersrenten erst nach dem Jahr 2011 erfolgt.

 

 

 

Im Einzelnen

 

Regelaltersrente

 

Bei der Regelaltersrente wird die Altersgrenze ab Geburtsjahrgang 1947 stufenweise auf das 67. Lebensjahr angehoben.

Die Stufen der Anhebung betragen zunächst einen Monat pro Jahrgang (Regelaltersgrenze von 65 auf 66 Jahre) und dann ab Geburtsjahrgang 1959 zwei Monate pro Jahrgang (Regelaltersgrenze von 66 auf 67 Jahre). Für alle nach 1963 Geborenen gilt die Regelaltersgrenze 67 Jahre.

 

 

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

 

Mit Beginn der stufenweisen Anhebung der Regelaltersgrenze zum 1. Januar 2012 wird für besonders langjährig Versicherte eine neue Altersrente eingeführt. Anspruch auf einen abschlagsfreien Renteneintritt nach Vollendung des 65. Lebensjahres haben Versicherte, die mindestens 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen aus Beschäftigung, selbständiger Tätigkeit und Pflege sowie Zeiten der Kindererziehung bis zum 10. Lebensjahr des Kindes erreichen.

 

 

Altersrente für langjährig Versicherte

 

Bei der Altersrente für langjährig Versicherte wird die Altersgrenze für einen abschlagsfreien Rentenzugang ab

Geburtsjahrgang 1949 stufenweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente ist – wie zur Zeit – frühestens mit 63 Jahren unter Inkaufnahme von Rentenminderungen möglich. Die nach bisherigem Recht vorgesehene Absenkung der Altersgrenze für den frühestmöglichen Rentenzugang auf 62 Jahre unterbleibt. Die Rentenminderung beträgt 0,3 % der Rente für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme.

 

 

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

 

Bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird die Altersgrenze für einen abschlagsfreien Rentenzugang ab Geburtsjahrgang 1952 stufenweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr und für die frühestmögliche Inanspruchnahme stufenweise vom 60. auf das 62. Lebensjahr angehoben. Die Rentenminderung beträgt 0,3% der Rente für jeden Monat der vorzeitigen Inanspruchnahme. Damit verbleibt es bei einem maximalen Abschlag in Höhe von 10,8%.

 

 

Rentenwegen verminderter Erwerbsfähigkeit und Hinterbliebenenrenten

 

Das Referenzalter für die Berechnung von Abschlägen bei Inanspruchnahme einer Rentewegen verminderter Erwerbsfähigkeit oder einer Hinterbliebenenrente wird stufenweise auf das 65. Lebensjahr angehoben. Für Versicherte mit 35 Pflichtbeitragsjahren (40 Pflichtbeitragsjahren ab dem Jahr 2024) verbleibt es bei dem bisherigen Referenzalter von 63 Jahren. Als Pflichtbeitragsjahre gelten dieselben Zeiten wie bei der Altersrente für besonders langjährig Versicherte.

Der maximale Abschlag verbleibt bei 10,8%.

 

 

Große Witwenrente und Witwerrente

 

Die Altersgrenze für diese Renten wird stufenweise vom45. auf das 47. Lebensjahr angehoben. Unverändert bleiben die Regelungen für den Anspruch auf diese Rentewegen aktueller Kindererziehung oder beim Vorliegen einer Erwerbsminderung.

 

 

Vertrauensschutz

 

Vertrauensschutz ist im Wesentlichen dadurch gegeben, dass die Anhebung erst im Jahre 2012 beginnt und in sehr moderaten Schritten erfolgt. Durch eine Vorlaufzeit von mehreren Jahren haben Arbeitnehmer und Arbeitgeber genügend Zeit, ihre Planungen anzupassen.

 

Besonderen Vertrauensschutz bei der Anhebung der Altersgrenzen für die Altersrenten haben Angehörige der

Geburtsjahrgänge 1954 und älter, wenn sie bereits vor dem1. Januar 2007 verbindlich Altersteilzeitarbeit vereinbart haben. Besonderen Vertrauensschutz bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen haben nur die Personen, die zusätzlich am 1. Januar 2007 schwerbehindert gemäß § 2 Abs. 2 des Neunten Buches Sozialgesetzbuchwaren.

 

Ferner ist durch eine Anpassung der arbeitsrechtlichen Schutzvorschrift des Sechsten Buches Sozialgesetzbuch sichergestellt, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, deren Arbeitsverhältnis auf einen Zeitpunkt befristet ist, in dem sie vor Erreichen der Regelaltersgrenze Anspruch auf Rentewegen Alters haben, entsprechend den Anhebungsschritten bis zum Alter 67 weiter arbeiten können.

 

 

Anhebung der Altersgrenzen

Rentenarten

 

Geltendes Recht

Zukünftiges Recht

Regelaltersrente

Altersrente für besonders langjährig

Versicherte mit 45 Pflichtbeitragsjahren

 

Altersrente für langjährige Versicherte

mit 35 Versicherungsjahren

 

abschlagsfrei

 

 

mit Abschlag:

stufenweise Absenkung auf

62 Jahre für die Jahrgänge ab 1948

Abschlagshöhe

abschlagsfrei:

65

 

 

 

63

 

 

7,2 %

65

    + 2 = 67

          = 65 (neue Rente)

 

            

             63

 

keine Absenkung

+ 7,2% = 14,4%

+ 2       = 67

Altersrente für schwerbehinderte

Menschen mit 35 Versicherungsjahren

mit Abschlag:

abschlagsfrei:

60

63

+ 2 = 62

+ 2 = 65

 

Altersrente für Frauen

(für Versicherte der Jahrgänge bis 1951)

 

Altersrentewegen Arbeitslosigkeit

oder nach Altersteilzeitarbeit

(für Versicherte der Jahrgänge bis 1951)

mit Abschlag:

abschlagsfrei:

 

mit Abschlag:

abschlagsfrei:

60

65

 

63

65

= 60 (unverändert)

= 65 (unverändert)

 

= 63 (unverändert)

= 65 (unverändert)

 

 

 

 

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Rentenberechnung

 

Beitragszeiten

 

Wie hoch die Rente ist, richtet sich in erster Linie nach Ihren Arbeitsentgelten und Arbeitseinkommen, die durch

Beiträge versichert sind. Als Beitragszeit gelten auch Zeiten, in denen Sie Kinder erzogen oder jemanden nicht erwerbsmäßig gepflegt haben.

 

Welchen Wert eine Beitragszeit hat, hängt davon ab, in welchem Verhältnis Ihr jährliches Bruttoarbeitsentgelt zum Durchschnittsentgelt aller Versicherten steht. Nun gibt es einige Beitragszeiten, in denen niedrige Entgelte versichert werden. Sonderregelungen existieren beispielsweise für Zeiten der beruflichen Ausbildung, der Kindererziehung und nicht erwerbsmäßigen Pflege, des Wehr- und Zivildienstes.

 

 

Ersatzzeiten

 

Durch Ersatzzeiten sollen im Rahmen des sozialen Ausgleichs der Rentenversicherung Nachteile vermieden werden, die wegen der infolge der Kriegsereignisse unterbliebenen Beitragszahlung sonst eingetreten wären. Zu den Ersatzzeiten zählen auch Zeiten des politischen Gewahrsams in der ehemaligen DDR.

 

 

Pflegezeiten

 

Nach dem Pflege-Versicherungsgesetz sind Zeiten der nicht erwerbsmäßigen häuslichen Pflege seit 1.4.1995 (mindestens 14 Stunden wöchentlich) Pflichtbeitragszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung mit allen Konsequenzen.

Pflegezeitenwirken sich danach sowohl rentensteigernd als auch rentenbegründend aus. Dabei richtet sich die Bewertung der Zeiten einer Pflegetätigkeit nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit und nach dem Umfang der Pflegetätigkeit. Die Pflegeversicherung übernimmt für diejenigen, die einen pflegebedürftigen Angehörigen im häuslichen Bereich pflegen, die Beitragszahlung zur gesetzlichen Rentenversicherung. Dies gilt auch für Pflegepersonen, deren gleichzeitige Erwerbstätigkeit als Arbeitnehmer 30 Stunden in der Woche nicht übersteigt. Ausgeschlossen von der Anrechnung der Pflegepflichtbeitragszeit sind bestimmte versicherungsfreie Personengruppen, z.B. Bezieher einer Vollrente wegen Alters. Der monatliche Rentenertrag für ein Jahr Pflegetätigkeit kann maximal gut 20 EUR betragen.

 

 

Kindererziehungszeiten

 

Kindererziehungszeiten betragen für Geburten bis 1991 ein Jahr und sind für Geburten ab 1992 auf die ersten drei Lebensjahre ausgedehnt worden.

 

Kindererziehungszeiten wirken rentenbegründend und rentensteigernd. Das bedeutet u. a., dass sie auch auf die

Wartezeit für die Rentewegen Minderung der Erwerbsfähigkeit oder wegen Alters angerechnet werden. Eine Altersrente erhält deshalb bei Geburten vor 1992 auch die Frau, die 5 Kinder erzogen hat oder die 2 Kinder erzogen und für 3 Jahre Beiträge entrichtet hat. Bei Geburten ab 1992 reicht die Erziehung von zwei Kindern aus, um diese Wartezeit zu erfüllen.

 

Die Kindererziehungszeit wird rentenrechtlich wie eine Pflichtbeitragszeit aufgrund einer Erwerbstätigkeit bewertet, und zwar vom1. Juli 2000 anmit 100 % des Durchschnittseinkommens. Daraus ergibt sich derzeit ein Rentenertrag von rund 26 EUR in den alten bzw. rund 23 EUR in den neuen Bundesländern monatlich für jedes Jahr der Kindererziehung.

Darüber hinaus werden Berücksichtigungszeiten angerechnet.

 

 

Erziehung in der Berücksichtigungszeit

 

Die Berücksichtigungszeitwegen Kindererziehung beginnt mit dem Tag der Geburt des Kindes und endet am Tag der Vollendung des 10. Lebensjahres des Kindes. Sie wirkt sich nicht wie andere rentenrechtlichen Zeiten direkt auf die Höhe der Leistung aus. Sie hat eine rentenrechtliche Bedeutung für die Erfüllung der Wartezeit von 35 Jahren bei vorzeitigen Altersrenten an langjährig Versicherte, den erweiterten Versicherungsschutz bei Rentenwegen verminderter Erwerbsfähigkeit, die Gesamtleistungsbewertung für beitragsfreie Zeiten u.a.

 

Für Erziehungspersonen, die während der ersten 10 Lebensjahre des Kindes erwerbstätig sind, diese Tätigkeit aber wegen der Kindererziehung vor allem in Form von Teilzeitarbeit ausüben und regelmäßig unterdurchschnittlich verdienen, wird die Rente aufgewertet. Dabei erfolgt eine Erhöhung der individuellen Entgelte um50 % auf maximal 100 % des Durchschnittseinkommens, wenn insgesamt 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten (auch Kinderberücksichtigungszeiten zählen hierbei mit) vorliegen.

 

Bei gleichzeitiger Erziehung von mindestens zwei Kindern unter 10 Jahren werden nicht mit Kindererziehungszeiten belegte Zeiten durch eine Gutschrift von 0,33 Entgeltpunkten jährlich begünstigt.

Dies gilt für Zeiten ab 1992, wenn 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten (einschl. Kindererziehungs- und -berücksichtigungszeiten) vorliegen.

Auch Erziehende, die ein pflegebedürftiges Kind betreuen, erhalten ab dem 4. Lebensjahr eines pflegebedürftigen Kindes bis zu dessen 18. Lebensjahr eine Auf-wertung des Rentenversicherungsbeitrages der Pflegekasse um 50% bis maximal 100 % des Durchschnittseinkommens.

Auch dies gilt für Zeiten ab 1992, wenn 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten (einschl. Kindererziehungs und -berücksichtigungszeiten) vorliegen.

 

 

Anrechnungszeiten

 

Anrechnungszeitenwerden vor allem dann berücksichtigt, wenn Versicherte aus nicht von ihnen zu vertretenden Gründen an der Beitragszahlung zur Rentenversicherung gehindert sind. Dies sind vor allem Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, der Arbeitslosigkeit bzw. Ausbildungssuche sowie der schulischen Ausbildung nach dem vollendeten 17. Lebensjahr bis zu einer Höchstdauer von 8 Jahren.

 

 

Die Rentenformel

 

Drei Faktoren bestimmen die Höhe einer Rente:

PEP Persönliche Entgeltpunkte Versichertes Arbeitsentgelt (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) für jedes Kalenderjahr geteilt durch das Durchschnittsentgelt aller Versicherten für dasselbe Kalenderjahr, aufsummiert für das gesamte Versicherungsleben und multipliziert mit dem Zugangsfaktor (ZF).

 

RAF Rentenartfaktor

Ein nach dem Sicherungsziel der zu berechnenden Rente festgelegter Faktor

 

AR Aktueller Rentenwert

Betrag, der einermonatlichen Rentewegen Alters entspricht, die sich aus Beiträgen aufgrund eines Durchschnittentgelts für ein Kalenderjahr ergibt (z. Zt. 26,56 EUR (West), 23,34 EUR (Ost)).

 

PEP x RAF x AR = Monatsrente

 

 

 

 

Zurechnungszeiten

 

Die Zurechnungszeit hat Bedeutung für Rentenwegen verminderter Erwerbsfähigkeit und für Rentenwegen Todes. Wer in jungen Jahren vermindert erwerbsfähig wird oder stirbt, hat in der Regel erst geringe Rentenanwartschaften aufbauen können. Damit der Versicherte oder seine Hinterbliebenen dennoch eine angemessene Sicherung erhalten, wurde die Zurechnungszeit geschaffen. Es wird bei der Rentenberechnung so getan, als sei der Versicherte weiterhin bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres beitragspflichtig beschäftigt gewesen.

 

 

Rente nach Mindesteinkommen

 

Bei Versicherten mit niedrigen Pflichtbeiträgen werden alle vollwertigen Pflichtbeiträge vor 1992 angehoben, und

zwar auf das 1,5fache des erreichten Wertes, höchstens jedoch auf 75% des Durchschnittsentgelts. Voraussetzung ist, dass 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorliegen.

 

 

Aufwertung bestimmter Pflichtbeitragszeiten

 

·          Berufsausbildung:

Zeiten einer Berufsausbildung werden mindestens anhand des tatsächlichen Verdienstes bewertet. Zusätzlich erfolgt eine Höherbewertung auf Grundlage des Wertes, der sich für alle angerechneten Zeiten des Versicherten im Durchschnitt seines gesamten Versicherungslebens ergibt, maximal auf 75% des Durchschnittsentgelts aller Versicherten. Die bisherige pauschale Anhebung der ersten 36 Pflichtbeitragsmonate wird ab 2005mit einer vierjährigen Übergangsregelung auf Zeiten einer tatsächlichen Berufsausbildung konzentriert. Bei anderen Zeiten, zum Beispiel Aushilfszeiten, entfällt die Höherbewertung.

·          Niedrige Pflichtbeiträge von Behinderten:

Die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage, nach der für Behinderte in anerkannten Werkstätten und vergleichbaren Einrichtungen Beiträge gezahlt werden, beträgt 80% der Bezugsgröße. Die Bezugsgröße wird jährlich neu festgelegt. Im Jahr 2009 beträgt sie monatlich 2.520 EUR in den alten und 2.135 EUR in den neuen Bundesländern.

·          Pflichtbeiträge von Wehr- und Zivildienstleistenden:

Für Wehr- und Zivildienstleistende werden die Pflichtbeiträge aus einem fiktiven Verdienst in Höhe von 60% der Bezugsgröße durch den Bund gezahlt.



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Die Rentenformel

 

Bei der lohn- und beitragsbezogenen Rente gilt ein Grundsatz: Wie hoch Ihre Rente ist, richtet sich vor allem nach der Höhe der Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen, die Sie während des Versicherungslebens durch Ihre Beiträge versichern.

Das Arbeitsentgelt und -einkommen, das Sie in den einzelnen Kalenderjahren durch Beiträge versichern, wird

in Entgeltpunkte umgerechnet. Auch für beitragsfreie Zeiten können Entgeltpunkte angerechnet werden. Deren Höhe hängt davon ab, wie hoch die Arbeitsentgelte und -einkommen sind, die Sie in der übrigen Zeit versichert haben.

 

Der Rentenartfaktor bestimmt, welches Ziel die jeweilige Rentenart im Verhältnis zu einer Altersrente sichern soll.

 

Wenn Sie eine Altersrente vorzeitig in Anspruch nehmen oder nach dem Erreichen der Regelaltersgrenze darauf

verzichten, werden Vor- und Nachteile einer unterschiedlichen Dauer des Rentenbezugs durch einen Zugangsfaktor vermieden.

 

Der aktuelle Rentenwert ist der Betrag, der einermonatlichen Altersrente aus Beiträgen eines Durchschnittsverdieners für ein Jahr entspricht. Er ist Teil der Rentenformel.

 

 

Gesamtleistungsbewertung

 

Bei der Rentenberechnung werden auch bestimmte beitragsfreie oder beitragsgeminderte Zeiten berücksichtigt. (Zu den beitragsfreien Zeiten gehören Anrechnungs-, Zurechnungs- und Ersatzzeiten). Dabei gilt: Aus allen Beitragszeiten (Pflicht- und freiwillige Beiträge) wird als Durchschnittswert der so genannte Gesamtleistungswert ermittelt. Zwar mindern versicherungsrechtliche Lücken grundsätzlich die Bewertung, nicht jedoch beitragsfreie oder beitragsgeminderte Zeiten. Berücksichtigungszeitenwegen Kindererziehung steigern die Werte für beitragsfreie und beitragsgeminderte Zeiten.

 

 

Rentenanpassung

 

Die Rentenanpassung erfolgt auf der Grundlage der Veränderung des aktuellen Rentenwerts beziehungsweise des aktuellen Rentenwerts (Ost) regelmäßig zum1. Juli eines Jahres. Der angepasste Brutto-Monatsbetrag der Rente wird ermittelt, indem der neue aktuelle Rentenwert mit den anderen Faktoren der Rentenformelmultipliziert wird.

 

Für die Anpassung der Renten ist zunächst die Entwicklung des (Brutto-) Einkommens der aktiven Beschäftigten unter Berücksichtigung der Entwicklung der Einnahmen der gesetzlichen Rentenversicherung maßgebend. Einbezogen in die Rentenanpassung werden auch die Aufwendungen der Arbeitnehmer für die gesetzliche Rentenversicherung (Beitragssatz) und private Altersvorsorge (Altersvorsorgeanteil). Durch einen Nachhaltigkeitsfaktor wird zusätzlich die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnern und Beitragszahlern bei der Rentenanpassung berücksichtigt.

Sinkt die Anzahl an Beitragszahlern, fallen die Rentenerhöhungen tendenziell niedriger aus. Steigt hingegen

die Zahl der Beitragszahler, fällt auch die Rentenerhöhung im Regelfall stärker aus. Durch den Nachhaltigkeitsfaktor werden sowohl die Auswirkungen der verlängerten Lebenserwartung als auch die Entwicklung der Geburten und der Erwerbstätigkeit auf die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einem Teil auf die Rentnerinnen und Rentner übertragen.

 

Eine Schutzklausel stellt aber sicher, dass es durch die Dämpfungsfaktoren (Altersvorsorgeanteil, Nachhaltigkeitsfaktor) nicht zu einer Verringerung des bisherigen Monatsbetrages der Rente (Bruttorente) kommt. Dies ist sozialpolitisch sinnvoll und notwendig, um die Rentner-innen und Rentner aktuell nicht zu stark zu belasten.

 

Die aufgrund der Schutzklausel nicht realisierten Anpassungsdämpfungen (Ausgleichsbedarf) werden ab dem Jahr 2011 mit positiven Rentenanpassungen verrechnet, indem diese bis zum Abbau des Ausgleichsbedarfs halbiert werden.

 

 

Renteninformation

 

Versicherte, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, erhalten jährlich eine Renteninformation. Mit der Renteninformation schaffen die Rentenversicherungsträgermehr Transparenz bei der persönlichen Altersrente und bieten ihren Versicherten eine solide Grundlage für die eigenverantwortliche Planung einer zusätzlichen Altersvorsorge. Die Renteninformation wird auf der Basis der im Versicherungskonto gespeicherten rentenrechtlichen Zeiten erstellt und enthält u.a. Hochrechnungen der zu erwartenden Rente bei Erreichen des Alters 65 ohne und mit Berücksichtigung einer Rentenanpassung. Nach Vollendung des 54. Lebensjahres erhalten Versicherte anstelle der Renteninformation alle drei Jahre eine Rentenauskunft, die noch detailliertere Informationen über die bisherige Versicherungsbiografie enthält.

 

 

Fremdrentenrecht

 

Das Fremdrentenrecht integriert einen genau festgelegten Personenkreis (insbesondere anerkannte Vertriebene, Aussiedler und Spätaussiedler) in die gesetzliche Rentenversicherung. Diese Personenwerden grundsätzlich so gestellt, als hätten sie ihr Erwerbsleben in Deutschland zurückgelegt.

 

 

Organisation

 

Seit dem 01.10.2005 hat sich die Organisation der Rentenversicherung verändert. Die frühere Trennung zwischen Arbeiter- und Angestelltenversicherung ist aufgehoben worden. Die Träger der Rentenversicherung sind unterteilt in Bundesträger und Regionalträger. Ihre Namen bestehen jeweils aus der Bezeichnung „Deutsche Rentenversicherung“ und einem Zusatz für die jeweilige Zuständigkeit. Bundesträger sind die Deutsche Rentenversicherung Bund (entstanden aus dem Zusammenschluss der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte – BfA –mit dem Verband deutscher Rentenversicherungsträger – VDR) sowie die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (ehemals Bundesknappschaft, Bahnversicherungsanstalt und See-kasse), welche auch für die Beschäftigten in den Branchen Bergbau, Bahn und See zuständig ist. Ein Beispiel für die Bezeichnung eines Regionalträgers ist die „Deutsche Rentenversicherung Westfalen“.  Über ihren zuständigen Rentenversicherungsträgerwerden neue Versicherte mit der Vergabe der Versicherungsnummer informiert. Das gleiche gilt bei Zuständigkeitsänderungen.

 

Die Rentenversicherungsträgerwerden vom Staat beaufsichtigt.

 

 

Finanzielle Grundlagen

 

Die Ausgaben der Rentenversicherung werden im Wesentlichen durch Beiträge gedeckt.

Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Beiträge entsprechend dem jeweils gültigen Beitragssatz (seit 1. Januar 2007 unverändert 19,9 %) grundsätzlich je zur Hälfte. Wie hoch der Beitrag ist, richtet sich bei abhängig Beschäftigten nach dem Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 5.400 EUR monatlich in den alten und 4.550 EUR in den neuen Bundesländern.

Der Bund leistet Zuschüsse zu den Ausgaben der Rentenversicherung.

 

 

Information

 

Auskunft erteilen die Versicherungsämter bei den Stadt-, Kreis- und Gemeindeverwaltungen sowie die besonderen Auskunfts- und Beratungsstellen der einzelnen Träger. Darüber hinaus beraten Sie auch die Versichertenältesten bzw. Versichertenberater/innen der einzelnen Träger.

 

Über das Rentenrecht

informiert das Bundesministerium für

Arbeit und Soziales, Referat Information, Publikation, Redaktion, Postfach 500, 53107 Bonn.

Darüber hinaus informiert auch das Bürgertelefon des Bundesministerium für

Arbeit und Soziales von Montag bis

Donnerstag von 8.00 bis 20.00 Uhr über das Rentenrecht unter 01805 676710 für 14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2009)