Inhalt der Initiative

Zusammen mit seinen Partnern – Arbeitgebern, Gewerkschaften, Behindertenverbänden und -organisationen, der Bundesagentur für Arbeit, den Integrationsämtern, Rehabilitationsträgern sowie Rehabilitationsdiensten und -einrichtungen, dem Beirat für die Teilhabe behinderter Menschen und weiteren Organisationen – koordiniert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales seit Mitte 2004 die Initiative „job – Jobs ohne Barrieren“ – Initiative für Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen sowie betriebliche Prävention. Mit der Initiative soll erreicht werden, dass behinderte und schwerbehinderte Menschen die Chance auf Teilhabe am Arbeitsleben besser realisieren können und in den allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden. Obwohl sich die berufliche Integration behinderter und schwerbehinderter Menschen in den letzten Jahren deutlich verbessert hat, ist deren Situation auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nach wie vor noch nicht zufriedenstellend.

 

Bundesregierung und Gesetzgeber haben in den vergangenen Jahren zunächst die rechtlichen Rahmenbedingungen einer chancengleichen Teilhabe schwerbehinderter Männer und Frauen am Arbeitsleben unter Berücksichtigung der Veränderungen des Arbeitsmarktes gestaltet.

 

Zur Unterstützung einer tatsächlichen Verbesserung der Situation behinderter und schwerbehinderter Menschen bei der Teilhabe am Arbeitsleben koordiniert das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Initiative „Job – Jobs ohne Barrieren“ – Initiative für Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen sowie betriebliche Prävention.

 

Durch die Initiative wird über die rechtlichen Rahmenregelungen zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung behinderter und schwerbehinderter Menschen sowie der betrieblichen Prävention informiert und beispielhaft gelungene Umsetzungen dargestellt, um in Betrieben und Dienststellen öffentlicher und privater Arbeitgeber drei Ziele zu realisieren:

·          Förderung der Ausbildung behinderter und schwerbehinderter Jugendlicher,

·          Verbesserung der Beschäftigungschancen schwerbehinderter Menschen, ins-besondere in kleinen und mittelständischen Betrieben und

·          Stärkung der betrieblichen Prävention durch die Einführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements.

 

Erreicht wurde bis 2006 insbesondere:

·          41 Projekte wurden – teils mit Mitteln des Ausgleichsfonds, teils mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds – finanziell gefördert.

·          42 Aktivitäten wurden zwar nicht von der Initiative finanziell gefördert, aber als „Best Practice Beispiele“ im Rahmen der Initiative bekannt gemacht.

·          Die für die Initiative erstellte Broschüre „job - Leistungen an Arbeitgeber, die behinderte oder schwerbehinderte Menschen ausbilden oder beschäftigen“ ist über 130.000 Mal, die DVD zur Initiative ist über 20.000 Mal angefordert worden.

·          Fast 3.500 Personen nahmen an den bisher 13 Veranstaltungen der Initiative in verschiedenen Regionen Deutschlands teil.

 

 

Weitere Informationen zu der Initiative

 

Unter „www.jobs-ohnebarrieren.de“ erhalten Sie weitere Informationen zu der Initiative. Dort finden Sie unter anderem auch Kurzbeschreibungen zu den Aktivitäten und Projekten im Rahmen der Initiative, weitere Informationen zu den Möglichkeiten einer Beteiligung an der Initiative, und vieles mehr.

 

Sollten Sie Fragen haben, so können Sie sich aber auch schriftlich an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter dem Stichwort „job-Projekt“, Gruppe Rehabilitation, Rochusstraße 1, 53123 Bonn, wenden.

 

 

Im Rahmen der Fortsetzung wurden bereits vier Projekte gestartet und 15 Aktivitäten als „Best-Practice-Beispiele“ vorgestellt. Vierweitere Veranstaltungen wurden durchgeführt und die Broschüre „job – Leistungen an Arbeitgeber, die behinderte oder schwerbehinderte Menschen ausbilden oder beschäftigen“ mehrfach neu aufgelegt. Daneben wurde eine neue Broschüre zur verzahnten Ausbildung („Verzahnte Ausbildung – Ein Überblick für Unternehmen und Berufsbildungswerke“) herausgegeben und erschien bereits in einer zweiten, stark überarbeiteten Auflage.

 

Die Initiative (2004 bis 2006) ist in dem Bericht der Bundesregierung über die Wirkungen der Instrumente zur Sicherung von Beschäftigung und zur betrieblichen Prävention nach § 160 Abs. 2 SGB IX zum 30. Juni 2007 evaluiert worden.

 

Die Initiative „job“ (2007 bis 2010) baut auf den Erfahrungen auf und berücksichtigt den nach wie vor hohen Informationsbedarf, insbesondere bei Arbeitgebern, über die rechtlichen Rahmenregelungen für Ausbildung und Beschäftigung behinderter Menschen und den Bedarf an nachahmenswerter gelungener Integration behinderter und schwerbehinderter Menschen in das Arbeitsleben auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

 


Job4000

 

Auch aufgrund der bisherigen Erfahrungen aus den Projekten und Aktivitäten der Initiative »job - Jobs ohne Barrieren« wurde das Programm „Job4000“ ins Leben gerufen, das am 1. Januar 2007 gestartet ist. Mit dem Programm soll die berufliche Integration schwerbehinderter Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt gezielt vorangetrieben werden. Zugleich soll die Bundesagentur für Arbeit bei der Durchführung ihrer gesetzlichen Aufgaben im Rahmen der beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung unterstützt werden.

 

 

Förderumfang

Insgesamt rund 30 Millionen EUR durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus Mitteln des Ausgleichsfonds. Die Länder stellen zusätzlich rund 20 Mio. EUR bereit.

 

 

Förderinhalte

 

Beschäftigung

Arbeitgeber, die einen besonders betroffenen schwerbehinderten Menschen zusätzlich einstellen, erhalten vom Integrationsamt eine finanzielle Unterstützung. Die genaue Höhe und die Förderdauerwerden im Einzelfall festgelegt.

Möglich sind im Durchschnitt bis zu 600 EUR monatlich für die Dauer von bis zu 5 Jahren. Zur Zielgruppe gehören beispielsweise schwerbehinderte Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung oder mit einer geistigen oder seelischen Behinderung. Für diese Menschen sollen durch das Programm mindestens 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

 

 

Ausbildung

Arbeitgeber, die einen zusätzlichen Ausbildungsplatz für schwerbehinderte Jugendliche schaffen, erhalten vom Integrationsamt eine Prämie von bis zu 3.000 EUR. Nach Abschluss der Ausbildung und Übernahme in ein sozialversicherungspflichtes Arbeitsverhältnis gibt es eine weitere Prämie von bis zu 5.000 EUR. Für schwerbehinderte Jugendliche sollen damit mindestens 500 neue Ausbildungsplätze geschaffen werden.

 

 

Unterstützung

Integrationsfachdienste stehen bereit, um Ausbildung und Beschäftigung schwerbehinderter Menschen zu unterstützen. Zielgruppe sind vor allem schwerbehinderte Schulabgänger und Schulabgängerinnen. Die Integrationsfachdienste erhalten bis zu 250 EUR monatlich für jeden Unterstützungsfall. Durch das Programm sollen mindestens 2.500Unterstützungsfälle finanziert werden.

 

 

Zuständigkeit

Die Länder führen das Programm»Job4000« eigenverantwortlich durch. Ansprechpartner für Arbeitgeber sind die Integrationsämter.

 

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2009)